Re: Forum Turnier 19.09.
Autor: isual2002 (86.32.117.---)
Datum: 28. September 2010 13:10
Danke für eure Antworten. Viele interessante Ansichten, auch wenn manches einfach am Thema vorbeigeht bzw. sich nicht konkret auf die von mir angesprochene Problematik bezieht. Auf einige Aussagen möchte ich näher eingehen.
D-KLasse schrieb:
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> @isual2002: Wo ist bitte der Vorteil des alten
> Systems, wenn ich als letzter 0 Punkte bekomme? Da
> bin ich weniger frustriert, als wenn ich 10 Punkte
> bekomme (auch wenn das ziemlich wenig ist bei
> einer Grenze von 900)? Kannst du mir das nochmal
> erklären?
Gerne erkläre ich es dir: Hänsel & Gretel vom TSK Hexenhaus treten zu ihrem ersten Turnier mit 6 Paaren an und landen am enttäuschenden 6. Platz. Als nächstes findet eine Landesmeisterschaft statt, bei der sie 13. von 18 werden. Beim BW des TSK Hexenhaus schaffen sie es dann auf den 9. Platz bei 12 Paaren.
Da sich diese Geschichte vor langer langer Zeit zugetragen hat (vor fünf Jahren), hatten sie nach dem dritten Turnier 8 Aufstiegspunkte (0 + 5 + 3) von 240, die sie benötigten, um die Unterklassen zu durchwandern.
Heutzutage hätten die beiden 54 Aufstiegspunkte von 2400 (10 + 27 + 17). Wenn das zweite Turnier keine LM gewesen wäre, hätten sie sogar nur 45 (10 + 18 + 17).
Nach einer fleißigen Winterpause treten sie beim BW in Unterpushendorf an und werden dort 10./30 und erhalten die maximale Zahl von 20 Punkten (8,3% von 240). Nach dem neuen System hätten gerade noch 48 Aufstiegspunkte für sie herausgeschaut (2% von 2400).
> Und früher bekam der Sieger in
> Österreich oft nur 5 Punkte, wenn es zb. nur ein
> Finale gab. Jetzt bekommt er unabhängig von der
> Paaranzahl immer 100. MUss also ganze 9 Turniere
> gewinnen (egal wieviel Paare am Start sind) und
> steigt auf. Früher musste er um ein x faches mehr
> Turniere gewinnen (v.a. wenn nur wenige Paare in
> der Klasse waren) um aufzusteigen. Was konnte denn
> das einzelne Paar dafür, dass bei vielen Turnieren
> so wenige Paare am Start waren. Früher hatte eh
> nur der Österreichische Meister Chancen schnell
> aufzusteigen.
Nein, das stimmt nicht. Früher war es für den Sieger genauso leicht, schnell aufzusteigen. Da müsste man seine Turniere schon sehr ungeschickt auswählen, um nicht mit 10 Pflichtstarts aufzusteigen, wenn man bedenkt, dass es für die Finalisten jeder LM auch doppelte Punkte gab. Generell kam es früher viel öfter vor, dass Paare bereits genügend Aufstiegspunkte hatten, und die Pflichtstarts die Resritktion darstellten.
> Und im Ausland bekam man sowieso nur
> die Hälfte der Punkte und jetzt genauso 100, wenn
> man gewinnt.
> Ich such mir jetzt immer eher kleine Turniere,
> weil ich da im Vergleich immer mehr Punkte
> bekomme.
Um zeiteffizient aufzusteigen, hast du sowieso nicht die Wahl, dir Turniere auszusuchen. Außerdem ist das Starterfeld in etwa immer gleich groß (außer man wohnt in Tirol, wo Turniere mit zwei Paaren keine Seltenheit mehr sind). Natürlich hat das neue System auch Stärken, aber es ist schon absurd, dass der 1./2 genausoviele Punkte bekommt wie der 1./150.
Die Größe des Starterfeldes einfach ganz außer Betracht zu lassen, ist mMn keine faire Lösung.
> Also ich finde durch das alte System wurde man
> frustriert und nicht durch das neue.
Von deinem Namen her schließe ich, dass du das alte System gar nicht mehr miterlebt hast? In diesem Fall würde ich mich zuerst genau darüber informieren, bevor ich darüber urteile.
> Als Sportler muss ich halt meine Leistung bringen.
> Im Hochsprung muss ich auch hoch genug spingen um
> Staatsmeister zu werden. Da wird mir kaum was
> helfen, wenn mir wer die Latte niedriger legt.
> Schon gar nicht, wenn ich ich dann gegen
> Hochpringer aus anderen Ländern antreten muss.
Welche Leistungen du als Staatsmeister erbringen musst, hat aber nichts damit zu tun, welche Leistung du bei deinen ersten Leichtathletikwettbewerben erbringst.
> Abgesehen davon steigt die Zahl der Paare seit
> Jahren. Und zwar in allen Altersklassen.
Diese Aussage höre ich immer wieder, aber sie ist einfach falsch. In meiner Altersklasse war das jedenfalls nicht so, zumindest wenn man den Trend über die letzten drei Jahre (also ein Jahr vor der Einführung des neuen Systems) beobachtet.
. schrieb:
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> Dieses Problem wirst Du niemals loswerden, ganz
> egal mit welchem Wertungssystem. Einer MUSS nun
> einmal letzter werden, und wenn jemand das zum
> Anlass nimmt, mit dem Turniertanz aufzuhören...
> nunja, dann kann kein Punkteschema der Welt etwas
> daran ändern.
Doch! Aber ich habe mich falsch ausgedrückt: Mit "dem letzten" meine ich nicht wortwörtlich den letzten, sondern denjenigen, der im hinteren Drittel landet. Das momentane System nähert sich durch seinen exponentiell fallenden Verlauf wieder dem uralten System an, bei dem die zweite Hälfte des Starterfeldes gar keine Punkte bekam.
Ebendieses wurde abgeschafft, weil es zu frustrierend ist, wenn man über mehrere Turniere hinweg einfach gar keine Punkte bekommt. Wenn man seine Situation von der Rückseite des Feldes beurteilt, ist ein lineares System (pro geschlagenem Paar ein Punkt) einfach leichter verständlich, übersichtlicher und motivierender. Im neuen System bekommt man im hinteren Drittel nie mehr als 20 Punkte, egal wieviele Paare starten.
Dein idealistisches Bild in Ehren, sich von nichts abhalten lassen zu dürfen, aber für jeden liegt die Schwelle der Resignation auf einer anderen Ebene. Ich spreche nicht von den Oberklassen, wo Spitzenleistungen erbracht werden müssen, um international erfolgreich zu sein, aber gerade in den Unterklassen wäre ein größeres Starterfeld erstrebenswert. Je niedriger ich die Schwelle also ansetze, desto mehr Neueinsteiger bleiben dabei.
> So ähnlich lief das häufig, als man in Deutschland
> noch die vollen Punkte angerechnet bekam (ist
> schon etwas länger her): ein halbes Dutzend grosse
> Turniere eingebaut, bis in die B-Klasse
> aufgestiegen und dort dann wegen völliger
> Chancenlosigkeit die junge Karriere wieder
> beendet.
Wenn sich dieses Paar nicht verbessert, brauchte es auch im alten System durchschnittlich 30 Antritte, um aufzusteigen. Das geht sich maximal in 1,5 Jahren aus. Bis zur B-Klasse wären es dann 3 Jahre.
Wie man Auslandsstarts sinnvoll anrechnet, ist eine andere Problematik, aber auch hier finde ich es absurd, wenn der Sieger beim kleinen BW am Deckensee mit fünf Paaren mehr Punkte bekommt als der 10./100 bei Hexen Tanzt.
Lateiner schrieb:
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> Trotzdem kann man jetzt in allen Klassen deutlich
> schneller aufsteigen speziell wenn man zum
> TopNiveau dieser Klasse zählt.
Obwohl das schnelle Aufsteigen des Vorderfeldes eigentlich nicht mein Thema ist, lässt sich das sicher nicht so sagen. Rechne es dir einmal durch und beschreib mir ein Szenario, in welchem man mit dem neuen System schneller aufsteigen kann, als mit dem alten. Das ist vielleicht in den Seniorenklassen so, weil dort zum Teil die Starterfelder extrem klein sind, aber bestimmt nicht in der Allgemeinen Klasse. Bedenke, dass es überhaupt nicht schwer war, bei einem BW 20 Punkte oder bei einer LM 25 Punkte zu bekommen. Sogar der 5./18 bekam bei der LM noch die maximal erreichbare Punktzahl. Als Sieger benötigte man früher als Lateiner nur 5 LMs mit 14 Teilnehmern um die nötigen Aufstiegspunkte zu sammeln (5*25 = 125/120).
Mein Fazit: Wenn man bereits in der untersten Klasse beginnt, die Paare dermaßen stark auszufiltern, bleiben in den Oberklassen nicht mehr viele übrig, um für die notwendige Konkurrenz zu sorgen. Mehr Tänzer in den Unterklassen zu halten, geht zwar auf Kosten der Qualität, steigert aber die Konkurrenz und somit das Niveau in den Oberklassen. Genau das will der ÖTSV zu erreichen.